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Berlin zwischen Moral und Schäbigkeit

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Berlin schwankt zwi­schen Moral und Schä­big­keit – die Co­ro­na-­Krise

wird zur Be­las­tungs­probe für die EU

 

Deutschland will die Führungs­macht Eu­ro­pas sein, ver­hält sich aber wie des­sen Chef­buch­hal­ter. In der Co­ro­na-­Krise setzt Ber­lin damit den Zu­sam­men­halt in der EU aufs Spiel. Die EU droht zur lee­ren Hülle zu werden.

 

Krisenzeit​​​​​​​​​​​​​​​​en sind teure Zeiten. So stellen in Deutschland Bund und Länder unglaubliche 1,8 Billionen Euro bereit, um das Coronavirus zu bekämpfen. Es ist das grösste Hilfspaket in der Geschichte der Bundesrepublik. Wie Deutschland mobilisieren auch andere Nationen alle ihre Reserven, in der Krise beweist sich die Stärke des Nationalstaats. Die EU aber gibt kein gutes Bild ab, und das ist nicht die Schuld derer, die oft als Brüsseler Bürokraten tituliert werden.

Obwohl Covid-19 Europa bereits seit Wochen in seinem unsichtbaren Griff hält, tun sich die Mitgliedsstaaten schwer, Solidarität mit ihren am stärksten betroffenen Partnern zu zeigen. Eine Videokonferenz der Staats- und Regierungschefs zu einem europaweiten Hilfspaket brachte kein greifbares Ergebnis. In der Krise ist sich jeder selbst der Nächste. Zwar nimmt etwa Baden-Württemberg Erkrankte aus dem Elsass auf, doch bringen solche humanitären Gesten keine echte Linderung.

 

In der Pandemie stellt sich die Schuldfrage nicht

 

Auch in Zeiten der Seuche ist Geld die Währung, die zählt. Italiens Staatsschulden betragen derzeit noch 135 Prozent des Bruttoinlandprodukts.​​​​​​​​​​​​​​​​​ Experten schätzen, dass sie wegen der Pandemie auf 160 Prozent ansteigen könnten – auf einen Wert also, der Griechenland in den Abgrund riss und die Euro-Krise auslöste. Alle Europäer müssen daher ein grosses Interesse haben, Italien und anderen Ländern mit ähnlichen Problemen zu helfen.

Die Regierungen in Rom, Madrid, Paris und mehreren anderen Ländern fordern deshalb gemeinsame Anleihen. Wie in der Euro-Krise lehnen Berlin, Wien und Den Haag solche sogenannten Euro-Bonds ab, weil sie eine Vergemeinschaftung der Schulden fürchten. Wer sparsamer gewirtschaftet hat als andere, soll für die Aussenstände der Verschwender aufkommen: Das missfällt nicht nur der schwäbischen Hausfrau.

Berlin verweist zu Recht stolz auf die Haushaltsdisziplin, mit der es den in der Finanzkrise 2008 angehäuften Schuldenberg teilweise wieder abgetragen hat. Die schwarze Null ist und bleibt die grösste Leistung der an Glanztaten sonst eher armen grossen Koalition. Dennoch muss man sich fragen, ob die Situation heute wirklich mit der Euro-Krise vergleichbar ist.

Diese wurde ausgelöst, weil Griechenland über Jahre den Maastrichter Stabilitätspakt verletzt und dies obendrein mit geschönten Bilanzen vertuscht hatte. Athen ging mit einer gehörigen Portion krimineller Energie zu Werke. Auch andere damals von der Staatspleite bedrohte Länder wie Italien oder Portugal waren in die gefährliche Lage gerutscht, weil sie sich in den Boomjahren nach Einführung des Euro allzu sorglos mit billigem Geld eingedeckt hatten.

 

Berlin argumentiert gern moralisch – warum nicht jetzt?

 

Die Pandemie jedoch ist nicht das Ergebnis eines Fehlverhaltens, und sie betrifft auch nicht nur einige wenige südeuropäische Missetäter, sondern den ganzen Globus. In Italien, wo nun die Särge von langen Militärkonvois abtransportiert werden, agierte die Regierung zu Beginn der Seuche nicht sorgloser als andere Staaten. Die EU hat den Anspruch, eine politische Union zu sein und nicht nur ein Stammtisch von Geizkragen. Daher lässt sich das Argument nicht einfach vom Tisch fegen, dass eine europäische Herausforderung auch eine gesamteuropäische Antwort verlangt.

Zudem haben sich auf Betreiben Deutschlands die politischen Rahmenbedingungen in der EU verschoben. Im Euro-Debakel liess sich Berlin wie in vielen Krisen zuvor von den eigenen Interessen leiten, die klar gegen eine Haftungsgemeinschaft sprachen. Dann aber kam die Flüchtlingskrise, und Deutschland verlegte sich auf eine moralische Begründung.

Im Jahr 2015 hiess es, die Aufnahme von einer Million Flüchtlingen sei eine moralische Verpflichtung, so wie andere EU-Staaten verpflichtet seien, sich solidarisch zu zeigen und einen Teil der Flüchtlinge zu übernehmen. Noch im letzten Jahr hielten Bundespräsident Frank-Walter Steinmeier und Aussenminister Heiko Maas Italien eine Standpauke und erklärten sinngemäss, die Schliessung der Häfen für Bootsflüchtlinge sei unmoralisch.

 

Italienische Politiker klagen an

 

Wäre in der Corona-Krise nicht eine von finanziellen Hintergedanken freie Solidarität ebenfalls ein moralisches Gebot? Die Bürgermeister von Bergamo, Mailand und Venedig sowie weitere italienische Regionalpolitiker sehen es so. Sie warnen Deutschland in einem ganzseitigen Inserat in der «FAZ» vor «kleinlichem nationalem Egoismus».

Jetzt wäre der richtige Zeitpunkt für den Bundespräsidenten, sich wieder an die italienische Nation zu wenden und zu erklären, dass Deutschland bedingungslos an ihrer Seite stehe – «whatever it takes», um die berühmte Formel von Mario Draghi aufzugreifen.

Natürli​​​​​​​​​​​​​​​​​ch gibt es den in der Euro-Krise geschaffenen Europäischen Stabilitätsmechanismu​​​​​​​​​​​​​​​​​s, einen mit 400 Milliarden Euro dotierten Fonds für Länder in Schieflage. Berlin möchte die Forderungen Italiens am liebsten an diese Kasse abschieben, was Rom umso mehr erzürnt.

Zum einen ist der Fonds völlig unzureichend ausgestattet, wenn man dem die 1,8 Billionen allein für Deutschland gegenüberstellt. Zum anderen müssen die Empfänger ihre haushaltspolitische Souveränität abgeben und Entscheide eines Direktoriums akzeptieren. Das Verfahren war gegenüber dem reichlich betrügerischen Griechenland angemessen, Italien in seiner jetzigen Situation würde dies als entwürdigend empfinden.

Der allerletzte Ausweg, wenn Politiker nicht mehr weiterwissen, ist die Europäische Zentralbank. Weil sich die Mitgliedsstaaten nicht einigen konnten, musste sie schon für den Euro den Rettungsanker auswerfen, indem sie fleissig Staatsanleihen zu kaufen begann. Damit operiert sie zwar hart am Rand der verbotenen Staatsfinanzierung mit der Notenpresse, aber in der Not frisst nicht nur der Teufel Unappetitliches.

Auch​​​​​​​​​​​​​​​​​ in der Corona-Krise griff die Zentralbank zu dem bewährten Instrument und legte einen Sonderfonds auf, der durchaus Wirkung zeigt. Seit seiner Ankündigung fielen die Zinssätze für italienische Staatspapiere wieder.

 

Die EU ist in Gefahr

 

In einer existenziellen Lage wie der grossen Seuche würde sich die EU indes blamieren, wenn sie deren Bewältigung wiederum allein auf die Zentralbank abwälzte; wenn sie also keine politische Lösung findet, die als ein Akt echten europäischen Zusammenhalts empfunden wird. Kommen Euro-Bonds nicht infrage, weil man aus guten Gründen eine Vergemeinschaftung der Schulden vermeiden möchte, sind Zuwendungen à fonds perdu denkbar. Dazu müsste man allenfalls das EU-Budget temporär aufstocken, wodurch alle Mitgliedsländer in die Pflicht genommen würden. Will man den am schlimmsten heimgesuchten Ländern wirklich helfen, finden sich Wege, die Solidarität mit haushaltspolitischer Solidität zu verbinden.

Das wäre kein reiner Altruismus. Die EU stellt schon heute ein ziemlich anämisches Gebilde dar. In der Frage der Erweiterung ist sie zerstritten, bei der gemeinsamen Verteidigung kommt sie nicht voran, und um die Bedingungen des Brexits feilscht sie mit der Verbissenheit eines Krämers. Selbst über die gemeinsamen Werte besteht keine Einigkeit mehr.

 

Wenn die EU auch in diesen speziellen Zeiten versagt, dann ist sie endgültig keine Union mehr, sondern nur noch ein blasses Rumpfgebilde.

 

Die Krise der EU wird verschärft, weil Deutschland als wirtschaftlich und politisch stärkste Macht zwischen Hypermoral und Schäbigkeit schwankt. In der gewiss wichtigen Flüchtlingsproblemati​​​​​​​​​​​​​​​​​k erschien keine Geste gross genug, bei Covid-19 hingegen dominiert bis anhin Kleinkariertheit. Aus diesem Zickzackkurs lässt sich weder eine glaubwürdige Politik des Idealismus und Internationalismus noch eine nüchterne, interessengeleitete Realpolitik herauslesen.

 

So entsteht keine Führung

 

Helmut Kohl wollte die Europapolitik noch gestalten, notfalls mit dem Checkbuch. Seine Nachfolger denken nur noch ans Portemonnaie und vergessen darüber das Gestalten. Deutschland will beides sein: Führungsmacht Europas und dessen Chefbuchhalter. Die beiden Rollen lassen sich aber nur bedingt vereinbaren.

Für die Bundesrepublik in ihrer verletzlichen Mittellage ist ein geeinter Kontinent seit sieben Jahrzehnten einer der zentralen Pfeiler ihrer Aussenpolitik. Die deutsche Exportwirtschaft profitiert vom Binnenmarkt und vom günstig bewerteten Euro. Gäbe es noch die Mark, hätte sie in der letzten Dekade wohl manche Aufwertung durchlaufen. Die Pandemie ist kein schlechter Zeitpunkt, um Vor- und Nachteile abzuwägen und sich zu überlegen, was Europa noch wert ist.

Auszug aus dem Newsletter «Der andere Blick» von NZZ-Chefredaktor Eric Gujer speziell für Leserinnen und Leser in Deutschland. 

 

 

 

Schlussfolgeru​​​​​​​​​​​​​​​​​ngen

 ​

 

1​.​ ​ Während die EU sich immer stärker spaltet in zwei Blöcke mit gegensätzlichen Zielen, schickt sich eine Mehrheit im Schweizerischen Bundesrat in Bern zur Zeit an, die SchweizerInnen auf dieses bereits im sinken begriffene EU-Gefährt zu führen, sie dazu versucht zu verführen.

 

2.  Offensichtlich ist, nämlich dass sich die selbsternannte "EU-Mutti" Merkel 2015 quasi im Alleingang sich erlaubte ganze 1.5 Millionen Flüchtlinge - mehrheitlich vor allem einen besseren Wohnstand Suchende - die Tore Europas weit ungeprüft zu öffnen. Dies war schon wenig respektvoll allen anderen EU-Mitgliedstaaten gegenüber, danach unbedingte Solidarität von allen Ländern (wohl auch der Schweiz) verlangte, Kontingente aufzunehmen. Natürlich kam dies nicht gut an, sondern leitete eine verhängnisvolle Spaltung der EU ein, vor allem bei den Italienern und Griechen.

 

3.  Nachriegsdeutschland hat da noch offene Rechnungen von Griechenlands & Italien von der Nazi-Besatzung her endlich zu begleichen. Explizit als einzige finanzielle Forderung, auf der Griechenland bestehen werde, nannte bei der Finanzkrise Voutsis den Zwangskredit von 1942. Seiner Meinung nach werden beide Regierungen das Thema "angehen", weil es sich um eine "buchhalterische" Angelegenheit handele. Noch während der Besatzungszeit hatte das Deutsche Reich mit der Rückzahlung begonnen und somit seine Verpflichtung anerkannt. Es ist schwer einzuschätzen, ob sich Berlin darauf einlassen werde. Das sollte es aber, meint der Historiker Haben Fleischer. Anders als bei den Reparations-Zahlungen​​​​​​​​​​​​​​​​​ würde die Rückzahlung des Zwangskredits keinen Präzedenzfall schaffen: "Dieser Kredit war einmalig, den gab es nur in Griechenland." Eine solche Möglichkeit deutete im Jahr 2016 auch der damalige Bundespräsident Joachim Gauck an. Er vertrete zwar keine andere Rechtsauffassung als die Bundesregierung, die Reparationszahlungen ablehnt. Aber, "es ist richtig, wenn ein geschichtsbewusstes Land wie unseres auslotet, welche Möglichkeiten von Wiedergutmachung es geben könnte", sagte Gauck. Diese Möglichkeit böte sich nun doch in mehrfacher Weise, schnallt dies "Mutti-Merkel denn nicht, so bleibt eine "barmherzige" Asyl- und Flüchtlingspolitik wie 2015 höchst fragwürdig, Makulatur der Geschichte, und nicht "Wir schaffen das".

Nazi-Verbrechen​​​​​​​​​​​​​​​​​ in Griechenland: Diese Menschen haben das Massaker überlebt - Reparationen

Quelle:

https://www.youtube.​​​​​​​​​​​​​​​​​com/w​a​t​c​h​?​v​=​a​f​q​E​​o​​I​​4​​E​​6​​Q​8

​​

Ar​​gy​​ri​​s Sfountouris:   

Zeitz​​​​​​​​​​​​euge der Besetzung Griechenlands durch das NS-Regime  

Er überlebte als Vierjähriger das SS-Massaker im griechischen Distomo. Bis heute ist sein Anliegen die Aufarbeitung der deutschen Kriegsverbrechen in Griechenland und zumindest eine symbolische Wiedergutmachung durch die Bundesregierung. 1949 wurde er von der Schweiz aufgenommen im Pestalozzi-Dorf für Flüchtlinge, wo sich Kriegs-Waisenkinder aus ganz Europa befanden.

https://www​​​​​​​​​​​​​​.youtube​.​c​o​m​/​w​a​t​c​h​?​​v​​=​​r​jg​2l​os​cT​​mI​​

 ​​

D​​ie schrecklichen Bilder des Massakers verfolgen Argyris Sfountouris

sein ganzes Leben bis heute.

 

 

4. Gleiches in Sachen Deutsch-Nazi-Kriegsgr​​​​euel

Ent​​​​​​​​​​​​​​​​​schädigun​g​e​n​​ gilt auch (ausgerechnet)

für Italien.

 

W​i​e es der Menschenfreund M. Gandhi vor Jahrzehnten es sehr weise formulierte:

 

"Wei​l​​​​​​​​​ der Mensch aus der Geschichte nichts lernt, muss sie sich immer wiederholen."

 

5. Jetzt hat die Corona-Virus-Krise den unter der Oberfläche schlummernden egoistischen Nationalismus in Europa stark Auftrieb gegeben. Deutschland hat kürzlich in Hamburg einen ganzen Container vollgestopft mit medizinischem Schutzmaterial - in ganz Europa Mangelware - für Schweizer Spitäler beschlagnahmt. Erst auf Intervention von Bern wurde er dann wieder freigegeben.

 

6. Es bleibt zu hoffen dass Merkel und Macron - welche beide noch Rivalen - sich gemeinsam zusammen rauffen. In einem Kompromiss haben sie ja auch als neue EU-Kommissionspräside​​​​​​​​​​​​​​​​​ntin Frau Von der Leyen - eine Deutsche die fliessend französisch spricht - zusammen auf den Thron gehieft. Vielleicht schafft sie es doch noch eine solidarischere EU-Partnergemeinschaf​​​​​​​​​​​​​​​​​t - neu souveränerer Staaten so wie in der Schweiz die Kantone sie haben - aufzugleisen.

 

7. Europa braucht jetzt endlich Frieden und nicht schon wieder nationalen Egoismus, Machtstreben der Stärkeren auf Kosten der Schwächeren Staaten. Diese EU-Krise ist JETZT eine exellente Chance für etwas mehr

Solidarität, Bescheidenheit, Dankbarkeit, gar Demut.

 

 

 

Wenn der Hass feige wird, geht er maskiert und nennt sich Gerechtigkeit.

 

 

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

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0%
(5 Stimmen)
jan eberhart sagte April 2020

Hauptsache man kann sich darüber freuen, dass im NATO-Land Italien russische Militärkonvois auf Einladung der italienischen Regierung werbegerecht herumfahren.

Das freut den alten KGB-Veteranen Putin.


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33%
(9 Stimmen)
Franz Krähenbühl parteifrei sagte April 2020

Jetzt sehen Sie Herr Hottinger, was passiert in Russland.
Vor lauter Werbefhasterie haben die vergessen, dass die Ware eigentlich im eigenen Land gebraucht würde. Die Aerzte und das Pflegepersonal sind sauer.
Absolute Scheisse im Putinland.


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50%
(12 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte April 2020

Das immer noch angespannte Verhältnis zwischen den zwei EU-Staaten Griechenland zu Deutschland.

Für Griechenland ist die Frage der Forderungen gegenüber Deutschland, die sich auf die Besatzungszeit im Zweiten Weltkrieg beziehen, immer noch offen. Für die deutsche Regierung ist dieses Thema dagegen abgeschlossen.

Um Forderungen Griechenlands und möglichen Forderungen auch Polens und anderer Staaten aus dem Weg zu gehen, setzten 1990 die beiden deutschen Staaten mit dem Einverständnis der vier Siegermächte USA, Frankreich, Grossbritannien und Sowjetunion durch, die Wiedervereinigung mit einem "Zwei-plus-Vier-Vertr​ag" zu besiegeln und nicht mit einem Friedensvertrag. Dazu schrieb der deutsche Aussenminister Hans-Dietrich Genscher in seinen "Erinnerungen": "Damit war uns auch die Sorge vor unübersehbaren Reparationsforderunge​n von den Schultern genommen worden." Man mag diese Haltung kritisieren. Hätte aber das wiedervereinigte Deutschland tatsächlich mögliche Forderungen von ehemals besetzten Staaten bezahlen müssen, dann hätte es "schliessen" müssen, und die Weltwirtschaft hätte einen GAU erlebt, befindet der Historiker Götz Aly. Diese Frage lasse sich "nur moralisch und symbolisch lösen", meint sein Freiburger Kollege Ulrich Herbert:

Empfehlen​swert:
Deutsche Reparationen: Blutgeld und Wiedergutmachung

W​er einen Krieg verliert, muss die Folgen tragen.

Das galt auch für Deutschland nach 1945. Ein regulärer Vertrag über deutsche Reparationszahlungen wurde nach dem Zweiten Weltkrieg jedoch nie geschlossen.

Dies um so mehr, als auch der juristische Weg zur Durchsetzung griechischer Forderungen aussichtslos scheint. Die Klage von Einzelpersonen auf Entschädigung wurde von deutschen Gerichten abgewiesen, und der Internationale Gerichtshof in Den Haag hat es aus völkerrechtlichen Gründen abgelehnt, Urteile nationaler griechischer Gerichte gegen Deutschland anzuerkennen. Zwar könnte der griechische Staat Deutschland in Den Haag vor Gericht bringen. Zu einem Prozess würde es aber nur kommen, wenn auch Berlin damit einverstanden wäre. Davon ist nicht auszugehen. Für die Bundesregierung ist das Thema Reparationsforderunge​n politisch und juristisch endgültig geregelt, offizielle Gespräche darüber lehnt sie ab.

Quelle:
https​://www.dw.com/de/athe​n-fordert-weiter-repa​rationszahlungen/a-19​563996

Ich finde das Ganze unter EU-Partnerstaaten nicht schön, eher hässlich von Deutschland her. Dann müsste man sich doch fragen, wo ist denn unter diesen EU-Staaten allgemein die erforderliche Solidarität in einer Gemeinschaft? Ganz beschämend ist, nämlich dass die EU bis heute nicht fähig ist Griechenland wenigstens finanziell gemeinsam unter die Arme zu greifen, zu unterstützen bezüglich den Sozialeinwanderer. Ist es denn nicht schäbig dass Griechenland als eher ärmeres südliches EU Land zusammen mit Italien gänzlich alleine gelassen werden um diese EU-Aussengrenzen zu schützen?

Wollen wir Schweizer so einer zerstrittenen Gemeinschaft wirklich beitreten? Voraussichtlich im September können wir dann über eine Beschränkung der Einwanderung abstimmen, was ja auch ein Vorentscheid dann ist, nämlich dass wir dieser unsolidarischen EU wie sie jetzt besteht, sicher mehrheitlich nicht beizutreten gedenken.






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43%
(14 Stimmen)
jan eberhart sagte April 2020

Das vereinigte Deutschland (ohne Habsburger) kämpft seit der Gründung 1871 mit dem selben Problem - Es ist der stärkste Staat in Europa, aber zu schwach für eine Hegemonie auf dem Kontinent.

In einem länger andauernden Krieg kann es sich nicht durchsetzten und gewinnen.

Man will dass die Deutschen irgendwie die Führung übernehmen, hat aber doch Urängste die Deutschen könnten ein zu starker Hegemon werden.




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67%
(18 Stimmen)
Gilbert Hottinger sagte April 2020

Klinik-Kollaps in Italien : Hoffen auf Hilfe aus China, Kuba und Venezuela


16.03.2020-10:28
Men​schen in Italien singen und spielen Musik während eines Flashmobs gegen Einsamkeit, die durch die Isolierung angesichts des Coronavirus-Ausbruchs​ verursacht wurde.
Allein am Sonntag vor 14 Tagen starben in Italien 368 Menschen an den Folgen der Corona-Infektion. Jetzt sollen Messehallen zu Krankenhäusern werden – mit medizinischem Personal aus dem Ursprungsland des Virus.

Und aus zwei der ärmsten Staaten Amerikas.

Und wo bleibt die Solidarität der reichen EU-Länder?

China und Cuba helfen Italien:

Enge Wirtschaftsverbindung​ zwischen Lombardei und China

Xi pries seinerzeit seine Visite in Italien als „großen Erfolg“. In einem Beitrag für die Zeitung „Corriere della Sera“ hatte der chinesische Staats- und Parteichef am Vorabend seines Staatsbesuchs ordnungsgemäß an den venezianischen Händler Marco Polo, der schon vor sieben Jahrhunderten in Italien „die erste Leidenschaft für China“ entzündet habe. Diese uralte Glut sei nun neu entflammt.

Am Donnerstagabend kam ein 9-köpfiges Team mit einem aus Shanghai kommenden Flugzeug im Flughafen Fiumicino bei Rom an. 6 Männer und 3 Frauen sollen, koordiniert vom Vizepräsidenten des Roten Kreuzes China, Yang Huichuan und vom Professor für Herz-Lungen-Medizin Liang Zongan, sollen dem italienischen Staat im Kampf gegen das Coronavirus helfen.

Bei den Experten aus China handelt es sich unter anderem um Ärzte, Krankenpfleger und weitere Personen aus dem medizinischen Bereich, die aufgrund der Coronavirus-Krise in China im Einsatz waren.

Quelle:
https://​www.stol.it/artikel/c​hronik/kampf-gegen-co​ronavirus-hilfe-aus-c​hina





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28%
(18 Stimmen)
Helmut Barner sagte April 2020

Deutsche Krankenhäuser haben inzwischen 113 mit dem Coronavirus infizierte Patienten aus EU-Partnerländern aufgenommen. Die meisten kommen aus Frankreich und Italien.


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64%
(14 Stimmen)
beb rofa sagte April 2020

Der moralische Abstieg Deutschlands beruht auf der Abhängigkeit vom Imperium. Deutschland wird praktisch von Transatlantikern regiert, BW und Bayern vereinzelt noch von konservativen Katholiken. Die EU ist nur Mittel zum Zweck, es war nie geplant eine abendländisch-christl​iche Gemeinschaft zu gründen.


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40%
(15 Stimmen)
Georg Bender sagte April 2020

Und? Die Geldschöpfung aus dem Nichts, verhindert den Dominoeffekt, aber es geht kein Geld verloren. Sie werden es nicht für möglich halten, aber die Geldmenge wird nicht gesenkt sondern erhöht.
Wer sind nun die Profiteure, und wie muss der Rückfluss, nicht bezahlen, organisiert werden?

Deutschlan​d folgt immer noch ihrem Rollstuhlfahrer, haben noch nicht begriffen, wie Sie uvam auch nicht, dass kein Staat für einen anderen Staat haften muss. Die EU-Regel diktiert von den Deutschen (Unterdrückung), verlangt den Test über den Geldspielwarenmarkt! Idiotie der untersten Schublade!
Nun die EZB hat längst den Umweg gefunden. Deutschland stampft nur noch mit den Füssen, ihre Verfassungsrichter hat die EZB unterstützt. Irgendwann wird auch noch Merkel begreifen!

Uschi, hat schon mal den Tarif erklärt!


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