Sprache: F
Sicherheit, Kriminalität > Armee,

Kanonenfutterarmee

Artikel weiterempfehlen

Stimmen Sie dem Artikel zu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Artikel!

Kanonenfutterarmee

Im​ Rahmen der Zerschlagung der Armee bedient sich der Bundesrat verschiedener irreführender Begriffe, um zu verschleiern, was wirklich passiert. So nennt er sie "WEITERENTWICKLUNG". Aber auch den Verbänden werden Stärke vermittelnde Begriffe, wie "Division" und "Brigade" gegeben, dabei handelt es sich bestenfalls um verstärkte Regimenter. Damit lassen sich natürlich auch einige der im Verhältnis zur zerschlagenen Armee unverhältnismässig hohen Zahl von 50 Offizieren im Generals-rang entsprechen Ränge als Divisionär und Brigadier verleihen. Früher wurden solche Verbände von Obersten geführt. Aber da der Bundesrat selber sagte, es gehe nicht mehr um den Erhalt der „VERTEIDIGUNGSFÄHIGKE​IT“, sondern nur noch um die „VERTEIDIGUNGSKOMPETE​NZ, das SAVOIR-FAIRE“, d.h. das Wissen, wie man kämpfen würde, hätte man noch eine Armee, und auch das nur – so der Bundesrat – im „KLEINSTMÖGLICHEN UMFANG“, entspricht die im Abbruch befindliche Armee diesen bundesrätlichen Vorgaben.

Am 24.02.2018 veröffentlichte die Basler Zeitung aus Anlass des ersten Jahresrap-ports der Mechanisierten Brigade 4 ein Bild mit Kommentar unter dem Titel „ENTSCHEIDUNG ERZWINGEN“. Im Text wird noch als Kernaufgabe die „VERTEID-IGUNG“ genannt. Dazu folgendes: Die "Brigade" verfügt erstens über keine Kampf-verbände. Sie hat ein Stabsbataillon, 2 Aufklärungsbataillone​, 2 Artillerieabteilungen​ und ein Pontonierbataillon. Mit diesen Mitteln kann sie keine "Entscheidung erzwing-en", noch den Kernauftrag "Verteidigung" erfüllen. Die beiden Mechanisierten Brigaden 1 und 11 sind die einzigen für den modernen Krieg geeigneten verstärkten Regimenter, verfügen sie doch über ein Panzer-, zwei mechanisierte Bataillone und eine Artillerieabteilung (und unterstützende Aufklärungs- und Sappeurverbände).

Die​ 4 sogenannten Territorial-"Division​en" verfügen über je 4 Infanterie- bzw. Gebirgsinfanteriebata​illone, die laut den eigenen Worten des Bundesrates nur über eine "beschränkte Verteidigungsfähigkei​t" verfügen.  Schwere Unterstützungswaffen gibt es in diesen "Divisionen" nicht. Weder die „Divisionen“ noch die Bataillone verfügen über Luftabwehrmittel. In den Bataillonen gibt es nur schultergestützte Panzerabwehr und ein paar kleinkalibrige Minenwerfer für die Feuerunterstützung beim lokalen Kampf der Infanterie gegen unbewegliche und ungeschützte Ziele. Gegen moderne Gegner ist diese Bewaffnung praktisch wirkungslos. Daneben verfügen sie noch über Bataillone für andere Aufgaben, aber nicht den Kampf.

Dann gibt es noch ein "Kommando Spezialkräfte", dem 2 Grenadierbataillone angehören. Mangels schwerer Mittel und Feuerunterstützung auch chancenlos.

(Wir bräuchten selbstverständlich kampfkräftige Infanterie-, Gebirgs- und Grenadier-bataillone,​ aber nicht solche, auch Rettungs-, Sanitäts-, Geniebataillone u.a. sind begründet, aber nur als Teil einer insgesamt kriegstauglichen Armee).

Ganz abgesehen davon, haben unserer Soldaten bis auf weiteres auf dem Gefechts-feld keine Chance, weil wir noch lange nicht - falls überhaupt je - über eine wirkungs-volle Luftabwehr und Luftwaffe verfügen werden. Sie werden von einem Gegner sofort ausgeschaltet. Mit anderen Worten, unsere „weiter entwickelte“ Armee besteht aus Kanonenfutter. Den wichtigsten Verfassungsauftrag – die „Kriegsverhinderung“ – kann sie nicht erfüllen. So sind wir selbstverschuldet wehrlos im nächsten Krieg.

 


Kommentare von Lesern zum Artikel

[ Neuen Kommentar verfassen ]



50%
(2 Stimmen)
Hans Knall sagte April 2019

Für Kapitulanten würde es sich lohnen, auch das Beispiel Vietnams zu studieren. Dieses Volk hat sich gegen die Invasionen, grausamen Bombenteppichen und ausrottungsartigen Gemetzel der zu ihrer Zeit stärksten Armeen der Welt durchgesetzt. Zuerst gegen Frankreich, dann gegen die Amerikaner. Heute präsentiert sich Vietnam als Pionierland und wirtschaftlicher Tiger kurz vor dem Sprung. Einzig die immer noch tief kommunistisch durchdrungene Obrigkeit hemmt ihn noch.

Und warum nicht auch das Beispiel Afghanistans, dessen Volk sowohl die gesamten hochgerüsteten Sowjettruppen wie auch die US-Army herself aus dem Land gejagt hat und ebenfalls noch nie besiegt wurde?


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

67%
(3 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte April 2019

Wie lange konnten europäische Länder einen Angriff abwehren?

1938 Österreich 0 Tage
1939 Tschechoslowakei 2 Tage
1939 Polen 50 Tage
1939–1940 Griechenland 174 Tage (Italien und Deutsches Reich)
1940 Luxemburg 1 Tag
1940 Belgien 5 Tage
1940 Niederlande 3 Tage
1940 Frankreich 17 Tage
1940 Dänemark 2 Tage
1940 Frankreich 40 Tage
1940 Norwegen 29 Tage
1941 Jugoslawien 11 Tage

Die Schweiz könnte sich demnach höchstens einen Monat lang verteidigen, dies nach jährlichen Milliardenausgaben für die Armee ... Dennoch bin auch ich dafür, eine starke Landesverteidigung aufzubauen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

38%
(8 Stimmen)
RUDOLF OBERLI sagte January 2019

"Ganz abgesehen davon, haben unserer Soldaten bis auf weiteres auf dem Gefechts-feld keine Chance, weil wir noch lange nicht - falls überhaupt je - über eine wirkungs-volle Luftabwehr und Luftwaffe verfügen werden. Sie werden von einem Gegner sofort ausgeschaltet."

Si​e sehen das schon richtig, Herr Frick, die gegenwärtige Armee wäre nach DREI TAGEN ausgeschaltet. Die Frage ist, ob man sie deshalb nach Ihren Vorschlägen hoch aufrüsten soll. So wäre sie dann erst nach DREI WOCHEN vernichtet. Deshalb sind hier die Vorstellungen über das Mass der Aufrüstung unterschiedlich.

1​) Die Schweiz könnte einen militärischen Angriff von aussen nur nachhaltig abwehren, wenn sie Hilfe von aussen bekäme. Sie würde ja kaum allein angegriffen.

2) Terroristische Angriffe mit Waffen kann sie mit guter Aufklärung zum Teil verhindern. Da bestehen also Chancen.

3) Bei "Cyberattacken" hat die Schweiz bei entsprechender Aufrüstung gute Chancen.




Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Antworten auf diesen Beitrag



71%
(7 Stimmen)
Gotthard Frick sagte January 2019

Herr Rudolf Oberli, ich überlasse Ihnen den Entscheid darüber, in welcher Gruppe von Menschen Sie sich sehen: Freien Menschen, die sich nicht unter fremde Mächte unterwerfen und die kämpfen, falls angegriffen, oder Kapitulanten, die sagen, wir haben sowieso keine Chance.
Es liegt an den Menschen, die ihre Länder verteidigen, und daran, ob sie eine gute Landesverteidigung aufgebaut haben und dann ohne zu fragen, kämpfen.. Dann braucht es sehr lange, um auch ein kleines Volk zu besiegen, wenn überhaupt. Im 2. Weltkrieg leistete das bitterarme Griechenland den Achsenmächten aus eigener Kraft 6 Monate lang Widerstand. Finnland (damals 3 Mio Einwohner) der riesigen Roten Armee 4 Monate. Diese Völker waren nicht demoralisiert. Unser Land, einst weltweit (bis China, wie ich dort zu meiner Überraschung erfuhr ) als friedfertigstes, aber kampfbereitetes Volk geachtet, ist heute zum Gespött der Welt geworden. So schrieb der indische Business Standard 2014 am Anfang eines langen Artikels über die Schweizer Armee: ES IST SO LEICHT SICH ÜBER DIE SCHWEIZ LUSTIG ZU MACHEN, DASS ES FAST UNSPORTLICH IST. Von den Generalstäben der grossen Mächte sind wir bereits als Ziel rascher Aktionen bei Ausbruch eines Krieges in Europa vorgesehen. So werden wir - selber verschuldet wehrlos - gleich in einen grossen Krieg gerissen.


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neue Antwort verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?
 





56%
(16 Stimmen)
Karlos Gutier sagte February 2018

Ich war noch in der Felddivision 6, ein starker, kräftiger Verband der keinen Gegner zu fürchten hatte, wir hätten es mit jedem dazumal aufgenommen!

Die Sowjets sowie die US-Army sahen in unsrer Armee ein starke Kampkraft und im Volk den Willen Unabhängigkeit und Freiheit aufs äusserste zu verteidigen. Sie respektierten uns.

Heute sind wir leider weit davon entfernt und werden nicht mehr Ernst genommen.

Eine starke Armee garantiert den Frieden, das ist ganz klar, schwäche wie heute provoziert zum Angriff !


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



57%
(14 Stimmen)
Emil Huber sagte February 2018

Wenn auf die Schweiz ein Angriff mit einer EMP Waffe stattfindet da nützen Panzer, Flieger etc. gar nichts.
Denn dann steht in unserer hochtechnisierten von sensibler Elektronik geprägten Schweiz fast alles still.
Kein Telefon, kein Internet, keine Kreditkarten, keine Logistik, kein Wasser mehr usw. dadurch würde die Schweiz ev. auch Nachbarländer stillstehen.
Andre Blattmann hatte wohl deshalb dazu geraten, sich mit Lebensmittel, Taschenlampen, Wasser etc. genügend einzudecken.

https://www.welt.de​/wissenschaft/article​112021103/Wie-man-ein​-Land-mit-einer-Blitz​waffe-lahmlegt.html

Man würde sowieso besser mal die Ursachen von Kriegen beseitigen. Meist geht es dabei um Geld, bestehend aus bedrucktem Papier oder Buchhaltung mit Zahlen im Computer.
Damit hat sich der Mensch (unnötig) eine enges Korsett geschaffen welches immer wieder zu Krisen, Machtkonzentrationen und riesigen Unterschieden bei der Bevölkerung bezüglich Güter & Einkommen gebracht hat.

Die Geldmenge wächst stetig, aber 3/4 des neuen Geldes landen in der Finanzwirtschaft, wo es lediglich die Preise verändert. In der Realwirtschaft und dem Staat hört man dagegen ständig, das Geld fehlt, das Geld ist knapp usw. Einerseits will man Wachstum, und gleichzeitig sparen, wie soll das aufgehen?

Welche Macht hält eigentlich die Menschen davon ab, dies zu ändern?

"Wir betrachten Geld als etwas Selbstverständliches,​ und tatsächlich manipuliert es uns in Richtungen hinein, die die meisten Leute nicht wollen würden, wenn sie wüssten, was los ist."

Bernard Lietaer international renommierter Währungsexperte.



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

92%
(13 Stimmen)
Alex Müller sagte February 2018

Herr Frick,
Was mir zu Ihrem Bericht in den Sinn kommt:
- In einem Armeebericht, welcher noch zur Zeit Ueli Maurer's im VBS erstellt wurde, waren die Mängel aufgelistet. - Was von dem dann auch umgesetzt werden konnte, weiss ich nicht.

- Welche Verteidigungstaktik eignet sich heute für unser Land? Sollen wir eine topmoderne Luftüberlegenheit und Luftabwehr anschaffen? Hilft das gegen Kontinentalraketen?
​​- Oder sollen wir alle Militärdienstpflichti​​gen eine Grundausbildung verpassen, welche eher auf die Verteidigung am Boden ausgerichtet ist ? (Häuserkampf in kleinen Gruppen, Guerillas in Privatautos, tragbare Panzerabwehr, Sprengmittel, Landminen, mobile Sanitätsstellen, Aktivierung aller Bunkeranlagen, welche man heute als unnütz betrachtet? ).
- Denn verfolgt man heutige Kriege, werden diese fast ausschliesslich gegen die Zivilbevölkerung und Zivileinrichtungen geführt. Am Beispiel von Syrien ist es sogar Asad, der die eigene Bevölkerung bombardiert, vertreibt. Asad selber meldet sich nicht zu Wort, er macht keine Angebote an "sein" Volk. einziges Ziel, die Rückeroberung des Territoriums. Der Wiederaufbau er zerstörten Städte und Dörfer dürfte so fast nicht mehr möglich sein.
-am Beispiel Mianmar, wo - wiederum die eigenen Regierung - hinter den geflohenen Rohinghas, ihre sehr gepflegten Dörfer und Felder mit Baggern umpflügen lässt, kann man sehen dass im Namen von Religion, oder Ideologie "alles erlaubt ist", was eben Religionen sonst verbieten.
- Rüstungsfirmen arbeiten an Systemen, welche selber agieren. Roboter, Drohnen, Panzer, Flugzeuge, Raketen - alles ferngesteuert. " Ausprobiert" werden diese Dinge auf aktuellen Kriegsschauplätzen.
- Für die Schweiz bleibt darum die Frage bestehen, welches Verteidigungskonzept uns im Falle eines Krieges in Europa, ein Überleben ermöglichen.? Ist eine Besetzung der Schweiz eine denkbares Szenario?



Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!



56%
(16 Stimmen)
Hans Knall sagte February 2018

Unter solchen Umständen erscheint die Dienstverweigerung praktisch als sinnvoll.
Im Ernstfall würden sowieso die meisten Soldaten entsprechende Befehle verweigern wenn ihnen von diesen Schreibtischgenerälen​ befohlen würde, sich in aussichts- und wirkungslose Einsätze zu stürzen.

Inzwischen ist es offensichtlich vorab nötig, dass neue Generationen ein echtes Heimatgefühl und entsprechenden Patriotismus entwickeln, bevor die Armee wieder zu einer von der Bevölkerung getragenen Verteidigungsarmee werden kann.

Was betrüblich stimmt: Neue Generationen erhalten ihr Heimatgefühl und ihren Wertekanon immer von den ihnen vorangegangenen Generationen vermittelt. Und da sieht es diesbezüglich schitter aus…


Verstoss melden
Ihre Meinung dazu?
Melden Sie sich an und bewerten Sie diesen Kommentar!

Seite 1 von 1

Neuen Kommentar verfassen

Sie müssen als User, Newsletter-Abonnent oder Gönner von Vimentis oder bei Facebook registriert sein, um auf diese Seite zugreifen zu können. Bitte loggen Sie sich ein oder registrieren Sie sich kostenlos:

Auf Vimentis direkt einloggen..
 
 ... oder mit Ihrem Facebook-Account
 
E-Mailadresse:
Passwort:

Haben Sie Ihr Passwort vergessen?