Abstimmungen, Initiativen > National > Für krisensicheres Geld: Geldschöpfung allein durch die Nationalbank! (Vollgeld-Initiative),

Vollgeld heisst Verantwortung übernehmen

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Die letzte Fi­nanz­krise hat ge­zeigt, wie an­fäl­lig unser Geld­sys­tem ist. Der Staat ist in der Ver­ant­wor­tung, uns vor zer­stö­re­ri­schen Kri­sen zu schüt­zen. Mit einem Voll­geld-­Sys­tem kommt er die­ser Ver­ant­wor­tung nach.

Wer sein Haus auf unsicherem Grund errichtet hat, sollte den Standort wechseln. Andernfalls könnte der nächste Erdstoss zum Einsturz führen. Unser Finanzsystem ist in einer solch wackligen Lage. Die Finanzkrise ab 2007 war die jüngste grosse Erschütterung. Doch sie war keine Ausnahme, sondern steht in einer Reihe mit dem Börsenkrach von 1987, der Japankrise 1990, der Russlandkrise 1998, der Dotcom-Blase 2000. Die Krise ist eine wiederkehrende Katastrophe. Unserem Finanzsystem fehlt der feste Boden.

Nun ist das Finanzsystem nicht irgendein Steinchen im Deckenmosaik, sondern einer der Grundpfeiler moderner Gesellschaften. Wie verheerend Erschütterungen wirken, hat die jüngste Krise gezeigt: Innerhalb von Stunden schüttelte sie alle Finanzplätze der Welt durch, innerhalb von Tagen erreichte sie die Realwirtschaft. Produktion, Handel und Konsum brachen zusammen, Hunderttausende verloren ihre Arbeit, viele sogar ihr Zuhause. So monströs die Verwüstungen waren, so zwergenhaft scheint die Reaktion der Regierungen: Im Kern ist unser Finanzsystem unverändert – und wir weiterhin schutzlos.

Es fehlt an Schutz

Das fällt vor allem im Vergleich mit einer anderen Bedrohung auf, nämlich dem internationalen Terrorismus. Viele Regierungen haben weitreichende Sicherheitspakete auf den Weg gebracht, einige haben ihre Verfassungen geändert, Frankreich hat sogar über Monate hinweg den Ausnahmezustand ausgerufen. So unwahrscheinlich es ist, durch einen terroristischen Anschlag Schaden zu nehmen, so monströs waren die staatlichen Eingriffe in unsere Freiheitsrechte. Dieses seltsame Missverhältnis wurde verteidigt mit dem Argument, die Menschen um jeden Preis vor Terror schützen zu wollen.

Dabei ist der Schutz vor einem ständig am Abgrund taumelnden Finanzsystem viel drängender. Das Problem liegt in der Geldschöpfung der privaten Banken. Mit dieser Geldvermehrung haben sich die Schweizer Banken sechs- bis neunmal mehr Geld geschaffen, als die Schweizer Nationalbank an echtem Bargeld herausgegeben hat. Die Vermögen der Banken gibt es nur in ihren Büchern, nicht in ihren Tresoren. Dieses Geld, das es nicht gibt, stecken sie in Geschäfte, deren Ausgang unsicher ist. Wer wundert sich da noch über regelmässige Krisen?

Verantwortung​ statt Anarchie dank Vollgeld

Ein Vollgeldsystem macht damit Schluss. In diesem System dürfen die Privatbanken kein unheimliches Luftgeld mehr schaffen. Einzig die demokratisch legitimierte Schweizer Nationalbank hat das Privileg, neues Geld zu schöpfen und dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen. In einem Vollgeldsystem schützt der Staat seine Bürger_innen durch einen doppelten Sicherheitsmechanismu​s. Erstens erhält die SNB die volle Kontrolle über die Geldmenge und kann damit die Konjunktur effektiv steuern. Krisen dürften damit seltener und schwächer werden. Zweitens sind die Bankeinlagen voll mit echtem Geld gedeckt. Jeder Franken auf dem Konto existiert auch tatsächlich. Niemand von uns müsste während einer Krise um sein Erspartes fürchten. Es gäbe also keinen Grund für einen Bankenansturms, der die Krise nur verschärfen würde und für Banken der Todesstoss sein könnte.

In unserer Wirtschaftsordnung gilt ein einfaches Prinzip: Der Staat setzt die Regeln, die Privaten spielen das Spiel. Doch dieses Prinzip wird heute durchbrochen, indem die Privatbanken selbst beinahe unbeschränkt über die Geldmenge entscheiden können. Ausgerechnet bei einer der wichtigsten Stellschrauben unseres Wirtschaftssystems tauscht der Staat Verantwortung gegen Anarchie – und nimmt katastrophale Folgen in Kauf. Damit müssen wir Schluss machen. Wir brauchen endlich Verantwortung statt Anarchie, wir brauchen Vollgeld statt Luftgeld. Wagen wir bei der Abstimmung am 10. Juni den Aufbruch in eine krisenfeste Zukunft.

Diesen Text habe ich auch auf meinem Blog veröffentlicht. Er steht somit unter einer CC BY-ND 4.0 Lizenz.


Kommentare von Lesern zum Artikel

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20%
(10 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 20 Tagen



Mein Gegenvorschlag, welcher eigentlich aus der Vollgeldinitiative hervorgehen muss und von den Regierenden, könnten sie das System zusammen mit den Währungsoberhirten verstehen, dem Volk hätte vorlegen müssen:

Die Geldschöpfung ist Mittel zum Zweck und soll Leistung (Produktivkraft) zur Abdeckung der Bedürfnisse ermöglichen. Das Phantom Steuer- oder Sozialzahler ist im System nicht enthalten, sondern eine Erfindung der Ökonomen, eingehämmert als Irrglaube in den Denkvermögen!

Grun​dsatz: Eine staatlich verordnete Geldschöpfung darf niemals ein Delkredererisiko beinhalten:

Nun die korrekte Organisation um den Spieltrieb der Ökonomen ein zu dämmen:
1. Zentralbank:
Rechtsn​atur Aktiengesellschaft verboten.
Eigengesch​äfte klar definiert zulassen (Wettbewerb darf nur begründet beeinträchtigt werden.
Liquiditätss​piel für die Geschäftsbanken als unnötig einsehen und kassieren.
Zins- und Schuldenfreie Abdeckung der Gemeinwohlaufgaben des Staates (Rückfluss zur Preisstabilität zuordnen = Parameter Umsatz an Konsument und Nutzer sowie Vermögen (Erbschaft und Lohnsumme kassieren).
2. Geschäftsbanken
Geld​schöpfung nur mit Kreditvergaben erlaubt
AK = Delkredererisiko = Rendite-Beteiligung

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62%
(13 Stimmen)
Benedikt Jorns sagte Vor 20 Tagen

Die Wirkung der Vollgeld-Initiative abzuschätzen, ist äusserst schwierig. Wer meint, mit einigen wenigen Argumenten die "Wahrheit" zu verkünden, überschätzt sich gewaltig. Gemäss heutigem Wissensstand hat eine Veränderung der umlaufenden Geldmenge sehr rasch eintretende und in ihrem Ausmass schlecht voraussehbare Wirkung. Die Schweiz hat im internationalen Vergleich eine sehr gut laufende Volkswirtschaft. Hier eine stark wirkende Änderung vorzunehmen, wäre unbegreiflich und verrückt!


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55%
(11 Stimmen)
Dany Schweizer sagte Vor 20 Tagen

"Wir brauchen endlich Verantwortung statt Anarchie, wir brauchen Vollgeld statt Luftgeld. Wagen wir bei der Abstimmung am 10. Juni den Aufbruch in eine krisenfeste Zukunft."

Woher stammen denn unsere Investitionsmittel der Klein- Mittelbetriebe? Genau von jenen "Privat-Kleinbanken" die Sie mit Ihrer Initiative bestrafen möchten. Die grössten Probleme werden genau in jenen Banken entstehen, die mittel "Kleinbankenstruktur"​ nur dann Geld geben, wenn es auch eine "sichere Zukunft" hat.

Grossbanken (übrigens auf Privatbanken, Staatsbanken haben wir nicht), investieren kaum oder nur wenig in die Klein- Mittelbetriebe, die das Hauptstandbein unserer Wirtschaft ist. Grossbanken agieren lieber auf den Finanzmärkten usw. die dann genau diese Finanzkrisen auslösen.

Wenn Sie eine sinnvolle Initiative mittels Geld anstreben möchten, dann bringen Sie eine Intiative z.B. - Das Geld zurück zum Volk. Das geht aber nur, wenn Sie ein Volk haben und nicht einfach ein Staatenbündniseinheit​sbrei sind.


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40%
(10 Stimmen)
Dany Schweizer sagte Vor 20 Tagen

Herr Fritschi

Auch wenn ich nicht der Freund der SNB bin, mit der Politik die sie fährt. Muss ich zuerst Sie einmal fragen, wie Sie all die Kosten bezahlen wollen, die dank den Linken entwickelt wurden.

Hätte z.B. die SNB die Bilanzsumme nicht von rund 120'000 Mio auf rund 840'000 Mio Franken mit Fremdwährungen angehoben, wäre der Euro gegenüber dem CHF derart schwach, dass Sie sich nichts mehr leisten könnten. Diese Steigerung der SNB in der Bilanzsumme kommt hauptsächlich durch Einkauf von Euro (in Buchwert) zustande.

Falls die Initiative angenommen würde, kämen die CH-Banken massiv unter Druck und Sie würden genau das gegenteil bewirken. Die nächste Finanzkrise wäre da. Unsere Häuslebesitzer bekämen kein Geld mehr und würde somit eine Immo-Krise auslösen. Die Firmen bekommen kein Geld mehr für Investitionen, und somit würden noch mehr Firmen ins Ausland verkauft. Arbeitsplätze zerstört - Auslagerung ins billigere Ausland.

Wenn Sie tatsächlich eine Veränderung des Finanzstroms entwickeln möchten, dann müssten Sie nicht bei solchen "Radikallösungen" beginnen. Dies hier Ihnen aber zu erklären, dürfte etwas langwirig und auch eher sinnlos erscheinen.

Wie man eindeutig aus dem Initiativtext erkennen kann, ist das wieder einmal ein für die SP übliche Initiative, die nur bis zur Nasenspitze im Denkvermögen reicht. Sie wird erneut noch mehr Sozialfälle entwickeln, die dann dank der linken Seite wiederum aufgefangen werden müssen. Die Kosten werden noch mehr steigen.

Die sog. Freiheit die von den Linken angestrebt wird (Freie Wünsche, Freie Meinung, Freier Globusverkehr usw.) wird immer mehr zu einer Kostenfalle, die wir nicht mehr stoppen können oder werden.

Sollte diese Initiative tatsächlich angenommen werden, können Sie Herr Fritschi, sich freuen, denn der nächste Schritt wird die bedingungslose Unterstellung in der EU sein. (Hat nichts miteinander zu tun? Tja dann träumen Sie weiter). Aber die bedingungslose Unterordnung in der EU ist ja auch das Bedürfnis der SP.

Wer tatsächlich Verantwortung zeigen will. Der führt sein Land als Einzelstaat, entwickelt eigene Gesetze und sorgt für die Landesbevölkerung. Sie aber wollen sich der EU unterstellen, lassen somit sich von der EU steuern. Übergeben alle Verantwortung ab und motzen dann herum, was alles nicht gut ist. Was alles verbessert werden solle.

Ich würde mal sagen. Tragen SIE Verantwortung. Sorgen Sie mit Eigenverantwortung (Alleingang ohne EU), dass wir für unsere Bevölkerung alleine Sorgen. Die Arbeitsplätze in der Schweiz bleiben und gefördert werden. Nicht mit immer noch mehr Sozialabgaben derart verteuern, dass wir es uns nicht mehr Leisten können.

Statt herum zu blöcken von Verantwortung, sollte sich die Linke mal überlegen, Arbeitsplätze zu schaffen (als Unternehmer), nicht zerstören mit immer mehr Sozialabgaben. Warum wohl ist z.B. die rechte Seite mehr im Unternehmertum vertreten? Verantwortungslosigke​it?


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43%
(7 Stimmen)
Simon Matt sagte Vor 21 Tagen

Die Vollgeld - Initiative ist anscheinend international im Rahmen der "International Movement for Monetary Reform" organisiert und ist auch dort Mitglied:

https://​​internationalmoneyre​f​orm.org/members/eur​op​e/



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27%
(11 Stimmen)
Georg Bender sagte Vor 21 Tagen

Herr Marco Fritschi

Würde man sowohl die Eigengeschäfte des gesamten Bankensystems als auch die Rechtsnatur Aktiengesellschaft verbieten und zusätzlich das Gemeinwohlbudget des Staates schulden- und zinsfrei abdecken, stünde der Staatsgarantie für das Geld nichts mehr im Wege!

Die Geldschöpfung (auch Vollgeld) an sich ergibt keine Liquidität, wie denn auch? Es gibt die Möglichkeit, das Geld gegen Leistung in Umlauf zu bringen, es nimmt erst ab, wenn es zum Bankschuldner zurückfliesst oder die Eigengeschäfte (sollten verboten sein) abgeschrieben resp verkauft sind.

Von Gesetzes wegen schöpft einzig die Zentralbank die Liquidität mittels Eigengeschäften und Bargeld! Die Liquidität- und Eigenmittelvorschrift​en gehören in das Reich der Ökonomen-Phantasterei​en!


Es ginge einfacher! Das Vollgeld ist der Weg in die richtige Richtung!

In diesem Zusammenhang sollte das Phantom Steuer- und Sozialzahler aus den Denkvermögen verschwinden. Wer das nicht kapiert, versteht weder das Geldsystem in seiner Entstehung und Auswirkung nicht!

Vollgeldini​tianten: Frage = Betrügereien erkannt?


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53%
(17 Stimmen)
Hans Knall sagte Vor 22 Tagen

Ihr Artikel, Herr Fritschi, reiht sich ein, in die stereotypen Wiederholungen von krassen Unwahrheiten der Vollgeldbefürworter. Man muss annehmen dass dieser Argumente-Spin konsequent kampagnengesteuert ist.

So deutlich wie Sie es tun, werden die Tatsachen jedoch selten verdreht.
Sie plakatieren das von den Banken aus dem Nichts geschöpfte Geld als „unheimliches Luftgeld“, um dann gleich darauf davon zu schwärmen, die Bankeinlagen seien, falls die SNB dasselbe Geld aus dem Nichts schöpft, „mit echtem Geld gedeckt“. Was ist der Unterschied zwischen Geld aus dem Nichts und Geld aus dem Nichts?

Neben der krassen Lüge vom Nationalbank-„Echtgel​d“ fantasieren Sie zudem vom Schutz durch einen „Sicherheitsmechanism​us“ der greife, falls „nur noch die SNB das Privileg hat, neues Geld aus dem Nichts zu schöpfen und dem Wirtschaftskreislauf zuzuführen“.
Zwar kann man zynischerweise sagen, „die SNB erhält die volle Kontrolle über die Geldmenge und kann damit die Konjunktur effektiv steuern“, sollte aber nicht verschweigen, dass die SNB selbst keiner demokratischen Kontrolle untersteht und deshalb machen kann was sie will.

Wer sich im Klaren darüber ist, dass jede Nationalbank im aktuellen Fiat-Money-Geldsystem​ immer der von der internationalen „Hochfinanz“ und schlussendlich von den Weltlenkern des US-Dollars abhängig ist, hat zurecht Bedenken, die alleinige Monopolkontrolle über die Geldschöpfung an die SNB zu delegieren.

Die Unterscheidung zwischen „Vollgeld“ und „Luftgeld“ ist eine plumpe Täuschung. Es handelt sich nämlich um genau das gleiche wertlose Zwangsgeld aus dem Nichts.
Und wer würde schon im vollen Bewusstsein der Sachlage die vollständige Kontrolle über das Lebensentscheidende Geldsystem an irgendwelche nicht kontrollierbare internationale Gremien mit völlig anderen Interessen abgeben?

Wer das begreift, wird NEIN stimmen. Nur wer sich von den falschen Schalmeien vom vollen Leergeld resp. vom leeren Vollgeld einlullen lässt wird zustimmen… und später entsetzt aber dann eben hilflos, seinen Irrtum erkennen müssen.


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